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Ratgeber

KI für Lehrkräfte: Der Einsteigerguide für die Grundschule

KI-Grundschullehrer Redaktion
1. September 2025

Was ist KI?

Bevor wir über den Einsatz im Unterricht sprechen, klären wir kurz, was künstliche Intelligenz eigentlich ist und wie die Tools funktionieren, die Sie als Lehrkraft nutzen können.

Künstliche Intelligenz (KI) bezeichnet Computerprogramme, die Aufgaben erledigen können, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern. Die KI-Tools, die für Lehrkräfte relevant sind, basieren meist auf sogenannten großen Sprachmodellen (Large Language Models). Diese wurden mit riesigen Textmengen trainiert und können dadurch Texte verstehen, generieren und bearbeiten.

Was KI kann

  • Texte schreiben, zusammenfassen und umformulieren
  • Aufgaben und Übungen zu beliebigen Themen erstellen
  • Materialien an verschiedene Leistungsniveaus anpassen
  • Ideen und Inspiration liefern
  • Routineaufgaben wie Elternbriefe oder Berichte beschleunigen
  • Was KI nicht kann

  • Ihre pädagogische Erfahrung und Intuition ersetzen
  • Die individuelle Beziehung zu jedem Kind aufbauen
  • Garantiert korrekte Informationen liefern (immer überprüfen!)
  • Emotionale und soziale Kompetenzen der Kinder fördern
  • Den persönlichen Austausch im Kollegium ersetzen
  • Wichtig: KI-Tools sind Werkzeuge, keine Wundermittel. Sie funktionieren am besten, wenn Sie sie gezielt einsetzen und die Ergebnisse immer kritisch prüfen.

    Erste Schritte

    Der Einstieg in die Nutzung von KI-Tools muss nicht kompliziert sein. Hier ist Ihr Fahrplan für die ersten Versuche.

    Schritt 1: Ein Tool auswählen

    Starten Sie nicht mit fünf Tools gleichzeitig. Wählen Sie eines aus und lernen Sie es gründlich kennen. Unsere Empfehlung für den Einstieg: MagicSchool.ai. Es ist speziell für Lehrkräfte entwickelt, bietet eine kostenlose Basisversion und hat eine intuitive Oberfläche.

    Schritt 2: Kostenlosen Account erstellen

    Registrieren Sie sich mit Ihrer schulischen E-Mail-Adresse. Die meisten Bildungs-Tools bieten Lehrkräften kostenlose oder vergünstigte Zugänge an. Nutzen Sie niemals Ihre private E-Mail-Adresse mit Schülerdaten.

    Schritt 3: Erste Aufgabe lösen

    Beginnen Sie mit einer konkreten, kleinen Aufgabe aus Ihrem Alltag. Zum Beispiel:

  • Erstellen Sie ein Arbeitsblatt für die nächste Deutschstunde
  • Generieren Sie einen Elternbrief zur nächsten Klassenfahrt
  • Lassen Sie sich Differenzierungsideen für ein aktuelles Thema vorschlagen
  • Schritt 4: Ergebnis überprüfen und anpassen

    Akzeptieren Sie das erste Ergebnis nie blind. Prüfen Sie:

  • Sind die Inhalte fachlich korrekt?
  • Passt das Niveau zu Ihrer Klasse?
  • Stimmt die Sprache (altersgerecht, respektvoll)?
  • Müssen Sie etwas anpassen oder ergänzen?
  • Schritt 5: Im Unterricht einsetzen und reflektieren

    Setzen Sie das Material ein und reflektieren Sie anschließend: Hat es funktioniert? Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen? Diese Reflexion hilft Ihnen, Ihre Prompts (Eingabetexte) zu verbessern.

    Die richtigen Tools wählen

    Die Auswahl an KI-Tools für Lehrkräfte ist inzwischen riesig. Hier eine Orientierungshilfe, welches Tool für welchen Zweck am besten geeignet ist.

    Für den Einstieg: MagicSchool.ai

    MagicSchool.ai ist die ideale Startplattform, weil sie über 60 spezialisierte Mini-Tools bietet, die alle auf den Bildungsbereich zugeschnitten sind. Sie müssen keine komplizierten Prompts formulieren, sondern füllen einfach Felder aus: Klassenstufe, Fach, Thema, gewünschtes Format. Das Tool erledigt den Rest.

    Für Differenzierung: Diffit

    Diffit ist der Spezialist für die Anpassung von Materialien an verschiedene Leistungsniveaus. Wenn Sie einen Text oder ein Thema eingeben, erstellt Diffit automatisch Versionen für verschiedene Lesestufen. Unverzichtbar für heterogene Klassen.

    Für visuelle Materialien: Canva

    Canva for Education ist für verifizierte Lehrkräfte komplett kostenlos und bietet KI-Funktionen für die Erstellung ansprechender Arbeitsblätter, Poster, Präsentationen und vieles mehr. Die riesige Vorlagenbibliothek macht den Einstieg besonders leicht.

    Für Allround-Aufgaben: ChatGPT

    ChatGPT ist das vielseitigste KI-Tool und eignet sich für alles, was die spezialisierten Tools nicht abdecken: kreative Ideen, individuelle Aufgabenformate, Briefe, Berichte und vieles mehr. Allerdings erfordert es etwas Übung, gute Prompts zu formulieren.

    Für interaktiven Unterricht: Curipod

    Curipod erstellt interaktive Präsentationen mit Umfragen, Quizzen und kreativen Aktivitäten. Ideal, wenn Sie digitale Elemente in Ihren Unterricht einbauen möchten.

    Zeitsparende Workflows

    Der größte Vorteil von KI-Tools ist die Zeitersparnis. Hier sind bewährte Workflows für typische Lehreraufgaben.

    Workflow 1: Wochenplan erstellen (30 Minuten statt 3 Stunden)

  • Öffnen Sie MagicSchool.ai und nutzen Sie den Unterrichtsplan-Generator
  • Geben Sie Fach, Klassenstufe und Wochenthema ein
  • Passen Sie den generierten Plan an Ihre Klasse an
  • Erstellen Sie mit Diffit die differenzierten Materialien
  • Gestalten Sie mit Canva ein ansprechendes Wochenplan-Layout
  • Workflow 2: Elternbrief schreiben (5 Minuten statt 30 Minuten)

  • Öffnen Sie ChatGPT oder MagicSchool.ai
  • Geben Sie den Anlass und die wichtigsten Informationen ein
  • Lassen Sie einen freundlichen, klaren Elternbrief generieren
  • Passen Sie persönliche Details an und prüfen Sie den Inhalt
  • Fertig!
  • Workflow 3: Differenzierte Arbeitsblätter (15 Minuten statt 2 Stunden)

  • Erstellen Sie mit MagicSchool.ai oder ChatGPT die Basis-Version eines Arbeitsblatts
  • Nutzen Sie Diffit, um zwei weitere Niveaustufen zu generieren
  • Gestalten Sie mit Canva ein einheitliches Layout
  • Drucken Sie die drei Versionen auf verschiedenfarbigem Papier
  • Häufige Fehler vermeiden

    Aus der Erfahrung vieler Lehrkräfte haben sich typische Anfängerfehler herauskristallisiert. So vermeiden Sie diese:

    Fehler 1: Zu viele Tools auf einmal

    Viele Lehrkräfte sind begeistert und wollen sofort alles ausprobieren. Das führt zu Frustration und Überforderung. Lösung: Starten Sie mit einem Tool und beherrschen Sie es, bevor Sie das nächste hinzunehmen.

    Fehler 2: Ergebnisse nicht überprüfen

    KI-Tools können Fehler machen, falsche Fakten erfinden oder unpassende Inhalte generieren. Lösung: Überprüfen Sie jedes Ergebnis, bevor Sie es im Unterricht einsetzen. Besonders bei Sachthemen ist eine Faktenprüfung wichtig.

    Fehler 3: Zu vage Prompts

    Wenn Sie ChatGPT bitten "Erstelle ein Arbeitsblatt", wird das Ergebnis selten zufriedenstellend sein. Lösung: Seien Sie so konkret wie möglich. Nennen Sie Klassenstufe, Thema, Schwierigkeitsgrad, Aufgabenanzahl und gewünschtes Format.

    Fehler 4: Datenschutz ignorieren

    Im Eifer des Gefechts vergessen manche Lehrkräfte, dass Schülerdaten nicht in KI-Tools gehören. Lösung: Machen Sie es sich zur festen Gewohnheit, niemals Schülernamen oder identifizierbare Informationen einzugeben.

    Fehler 5: KI als Ersatz statt als Werkzeug sehen

    KI-generierte Materialien sind ein Ausgangspunkt, kein fertiges Produkt. Lösung: Nutzen Sie KI als Startpunkt und bringen Sie Ihre pädagogische Expertise ein, um die Materialien perfekt auf Ihre Klasse zuzuschneiden.

    Kollegium mitnehmen

    Wenn Sie von KI überzeugt sind, möchten Sie vielleicht Ihre Kolleginnen und Kollegen begeistern. Hier sind bewährte Strategien.

    Klein anfangen

    Zeigen Sie in einer kurzen Demonstration (10 Minuten in der nächsten Lehrerkonferenz), wie Sie ein konkretes Problem mit einem KI-Tool gelöst haben. Praktische Beispiele überzeugen mehr als theoretische Vorträge.

    Gemeinsam ausprobieren

    Organisieren Sie eine informelle "KI-Pause" im Lehrerzimmer. Bringen Sie Ihren Laptop mit und zeigen Sie Kolleginnen und Kollegen, wie sie in 5 Minuten ein Arbeitsblatt erstellen können. Lassen Sie sie selbst ausprobieren.

    Materialien teilen

    Erstellen Sie mit KI-Tools Materialien und teilen Sie diese mit Ihrem Team. Wenn Kolleginnen und Kollegen den konkreten Nutzen sehen, wächst das Interesse von selbst.

    Fortbildung organisieren

    Bieten Sie eine schulinterne Fortbildung an. Ein bewährtes Format: 90 Minuten Workshop mit folgendem Ablauf:

  • Kurze Einführung: Was ist KI? (15 Min.)
  • Live-Demo mit MagicSchool.ai (15 Min.)
  • Praxisphase: Alle erstellen ein Material (45 Min.)
  • Austausch und Fragen (15 Min.)
  • 30-Tage-Plan

    Dieser Plan begleitet Sie durch Ihren ersten Monat mit KI-Tools. Jede Woche baut auf der vorherigen auf.

    Woche 1: Ankommen und Ausprobieren

  • Tag 1-2: Account bei MagicSchool.ai erstellen und die Oberfläche erkunden
  • Tag 3-4: Ein einfaches Arbeitsblatt erstellen und im Unterricht einsetzen
  • Tag 5-7: Einen Elternbrief oder eine Klassenarbeitsvorbereitung mit KI erstellen
  • Woche 2: Vertiefen und Differenzieren

  • Tag 8-9: Account bei Diffit erstellen und einen Text differenzieren
  • Tag 10-11: Ein Arbeitsblatt in drei Niveaustufen erstellen
  • Tag 12-14: Beide Tools kombinieren: MagicSchool.ai für die Inhalte, Diffit für die Differenzierung
  • Woche 3: Erweitern und Kreativ werden

  • Tag 15-16: Canva for Education entdecken und ein Arbeitsblatt visuell gestalten
  • Tag 17-18: ChatGPT ausprobieren und kreative Aufgabenformate erstellen
  • Tag 19-21: Eine komplette Unterrichtsstunde mit KI-Unterstützung planen und durchführen
  • Woche 4: Reflektieren und Routinen entwickeln

  • Tag 22-23: Curipod ausprobieren und eine interaktive Präsentation erstellen
  • Tag 24-25: Ihren persönlichen KI-Workflow für die Wochenplanung entwickeln
  • Tag 26-28: Erfahrungen im Kollegium teilen und Feedback einholen
  • Tag 29-30: Ihre Top-3-Tools festlegen und feste Routinen für deren Einsatz entwickeln
  • Fazit

    Der Einstieg in die Nutzung von KI-Tools als Grundschullehrkraft ist einfacher, als Sie vielleicht denken. Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Guide:

  • Starten Sie mit einem Tool, idealerweise MagicSchool.ai, und lernen Sie es gründlich kennen, bevor Sie weitere Tools hinzunehmen.
  • Seien Sie konkret in Ihren Anfragen an KI-Tools. Je genauer Sie beschreiben, was Sie brauchen, desto besser sind die Ergebnisse.
  • Überprüfen Sie immer die generierten Inhalte. KI ist ein Assistent, kein unfehlbarer Experte.
  • Achten Sie auf den Datenschutz. Keine Schülernamen, keine personenbezogenen Daten in KI-Tools.
  • Nutzen Sie die Zeitersparnis für das, was wirklich zählt: die individuelle Begleitung und Förderung Ihrer Schülerinnen und Schüler.
  • KI-Tools werden den Lehrerberuf nicht ersetzen, aber sie werden ihn verändern. Lehrkräfte, die KI als Werkzeug nutzen, werden mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge haben: kreative Unterrichtsgestaltung, individuelle Förderung und die persönliche Beziehung zu jedem Kind. Beginnen Sie heute mit kleinen Schritten, und Sie werden überrascht sein, wie schnell KI zu einem selbstverständlichen Teil Ihres Unterrichtsalltags wird.

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    Zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2026

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